Betwixt and Between
Takahiro Ueda/Toshihiko Mitsuya
Opening Reception:
November 1st 2013
6:00 pm – 9:00 pm
Exhibition:
November 2nd – December 14th 2013
Finissage:
December 14th 2013

Opening Hours:
Tuesday – Saturday 1pm–6pm
and on request
Exhibition Statement
by Bogna Grazyna Jaroslawski
„Betwixt and Between“ zeigt Arbeiten der japanischen Künstler Toshihiko Mitsuya und Takahiro Ueda, welche die Wahrnehmung des Betrachters durch Parallelwelten führen. Zuerst begegnet er Mitsuyas lebensgroßer Aluminiumskulptur eines Wächters zu Pferd aus der Unterwelt. Das leichte Material konterkariert die mächtige Erscheinung des archaischen Reiters, worauf ein Machtkampf um Präsenz und Durchlass entsteht. Verstärkt wird das Duell durch Reflexionen der Oberfläche. Dann folgt Uedas technisch ausgereifte Installation, die nach Radiowellen vom Wettersatelliten NOAA aus dem sonnensynchronen Orbit sucht und die Daten zu einer energetischen Klangperformance umwandelt. Ueda überführt das Material zu Sound- und Bildkollagen.
Betwixt and between geht zurück auf Arnold van Gennep, der in Les rites de passage (1909) transformative Übergangsriten in u.a. Religion, Anthropologie, Gesellschaften beschreibt und darin rituelle, in drei Stufen unterteilte Phasen entdeckt. Er stellt fest, dass Rituale mit einer im höchsten Maße symbolisch aufgeladenen Grenz- und Übergangserfahrung verknüpft sind, die im Alltagsleben als Initiationen, Hochzeiten, Taufen erlebt werden. Seit dem performative turn rekurriert die zeitgenössische Performancetheorie vorallem durch Victor Turners The Ritual Process (1960) auf Van Genneps zweiter „Übergangsphase“ eines Transformierenden, der im Ritus einen „Liminal“- bzw. „Schwellenzustand“ erfährt. Der Zustand des Akteurs wird darin als labile Zwischenexistenz bestimmt, er ist „betwixt and between“, in einer Transformation verortet.
Im Spiel mit der Kunst verwandelt sich der Mensch und lässt seine entkörperlichte Wahrnehmung für die Dauer des Spiels probeweise auf neue Rollen und Identitäten ein. Als Akteur ist zwischen parallelen Welten und Zeitsträngen unterwegs. Er erlebt einen Schwellenzustand, rezipiert die eigene instabile Wahrnehmungsebene im Changieren zwischen Präsenz, Repräsentation und Assoziation. Im kreativen Prozess vollzieht er die Selbsterfahrung seiner eigenen Biografie im Dialog mit der Kunst.
List of Works
Eletronic devices
2012zoom
Stainless steel, acryl paint
2012zoom
Stainless steel
2013zoom
Stainless steel
2013zoom
Aluminium foil
2013zoom
Aluminium foil
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Vinyl + Software(edition of 5 +1 AP)
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Vinyl + Software(edition of 5 +1 AP)
2013zoom
Pencil on paper
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Pencil on paper
2013zoom
Pencil on paper
2013zoom
Quarz, steel, clock
2013zoom
Installation Views